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Von Frankreich bestand gegenüber
Deutschland seit 1870/71 der Wunsch nach Revanche für die erlittene
Kriegsniederlage.
Nicht unerwähnt bleiben dürfen die
Unruhen der kleinen Völker in Ost- Mitteleuropa und das Drängen
Rußlands nach den Meerengen.
Bismarck hat in seiner Regierungszeit versucht
durch Bündnisse und Verträge mit anderen Staaten einen dauerhaften
Weltfrieden zu sichern. Dazu zählten u.a. der Dreibund mit
Österreich-Ungarn und Italien, das Dreikaiserbündnis mit
Österreich-Ungarn und Rußland und der Rückversicherungsvertrag
mit Rußland. Er unterhielt auch freundschaftliche Beziehungen zu
England.
Die jahrelangen Bemühungen Bismarcks um
einen Weltfrieden wurden entweder falsch oder gar nicht verstanden und von
Kaiser Wilhelm II im Vorfeld des 1. Weltkrieges mißachtet oder durch
sprunghaftes Wechseln zwischen dem Bekunden der Freundschaft und Anlässen
zur Verägerung, wie der Krüger-Depesche gegenüber England,
fahrlässig aufs Spiel gesetzt. Das dauernde Säbelrasseln auf deutscher
Seite konnte nicht ohne Folgen bleiben.
1904 gründeten Großbritannien und
Frankreich ein Abkommen, die sog. “Entente cordiale”, in der man
sich gegenseitiger Untertstützung in der Kolonialpolitik zusicherte. Dieses
Abkommen war aber im Kern auch gegen Deutschland gerichtet. Anlaß des
Abkommens war die Verärgeung Englands über die aggressive
Kolonialpolitik Kaiser Wilhems II. Die Entente wurde 1907 durch den Beitritt
Rußlands zum Dreierverband erweitert, als sich England mit Rußland
über Persien einigte. Frankreich und Rußland hatten sich bereits 1893
gegenseitige Hilfe zugesichert. Somit stand Deutschland in einer politischen,
selbstverschuldeten Isolation und war geografisch von allen Gegnern umrahmt, ja
eingschlossen. Um die Jahrhundertwende 1900 stiegen die Rüstungsausgaben
und ein bedrohliches Wettrüsten begann.
Der Flottenausbau wurde in Deutschland immer
stärker vorangetrieben. Zur Finanzierung der Rüstung wurde immer mehr
Staatsanleihen ausgegeben. Die Produktion wurde vielfach durch Frauen und Kinder
an der “Heimatfront” übernommen.
Auf dem Balkan entstand ein Machtkampf
zwischen Rußland und Österreich. Zwei Kriege wurden nach 1900 zur
Neuordnung des Balkan geführt. Weitere Konflikte und Gegensätze, wie
die Balkankrisen und die Marokkokrise, verschärften die
Spannungen.
Die erste Krise 1905 führte zum Ausbau
der französischen und britischen Entente cordiale und zur diplomatischen
Isolierung des Deutschen Kaiserreichs. Die zweite Krise 1911 wurde wegen
angeblicher Mißachtung des Marokkovertrages von 1909 durch die Besetzung
von Fes und Rabat durch französische Truppen ausgelöst; das Deutsche
Reich wurde weiter isoliert.
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